Pressemitteilung 98/2008
Minister Peter Hauk MdL: "Wir lassen die Imker nicht im Stich"
Minister Hauk besucht Imker in der Ortenau / Schnelle Hilfe zugesagt
20.05.2008 "Unsachgemäße Beizung von Maissaatgutpartien scheint nach den aktuellen Erkenntnissen die Hauptursache des derzeitigen Bienensterbens in der Rheinebene zu sein. Bei verschiedenen Chargen von Maissaatgut ist das Beizmittel Poncho Pro mit dem Wirkstoff Clothianidin von den zuständigen Saatgutfirmen offenbar mit zu wenig Haftmittel versehen worden. Dadurch erhöht sich der Abrieb und ein größerer Anteil des Pflanzenschutzmittels kann in Verbindung mit pneumatischer Sätechnik, bei der die Luft nach oben abgeführt wird, in die Umwelt gelangen", sagte der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk MdL, am Dienstag (20. Mai) bei seinem Besuch badischer Imker in Rheinau-Freistett (Ortenaukreis). "Wir sind froh endlich Klarheit zu haben. Nun können wir den Imkern eine schnelle Hilfe zukommen lassen", betonte Hauk.
Nach den gestrigen Gesprächen mit den Imkern will sich der Minister heute selbst ein Bild vor Ort machen. "Ich verstehe die dramatische Situation vieler Imker in der Rheinebene und bin froh, dass wir gemeinsam einen Weg zur Bewältigung der Folgen des Bienensterbens suchen. Wichtig ist eine umfassende Aufklärung der Ursachen", so Hauk. Dazu gehöre nicht nur, dass weitere Untersuchungen in der Rheinebene durchgeführt werden, sondern auch die Anhörung der Experten aus anderen Ländern. "Wir bereiten dazu ein Expertenhearing im Juni 2008 vor", kündigte der Minister an.
Vom aktuellen Bienensterben schienen zunächst nur die Flugbienen betroffen zu sein. Neben den Untersuchungen der toten Bienen wurde nach Bekanntwerden der Schadensfälle auch sofort mit den Untersuchungen des in die Stöcke eingetragenen Pollens begonnen. Nachdem am Freitag vergangener Woche die ersten Untersuchungsergebnisse vorlagen, die den Beizmittelwirkstoff auch in den Pollenwaben der Bienenstöcke nachgewiesen haben, hatte Minister Hauk für den 19. Mai das Expertengremium aus Imkern, Wissenschaftlern und Industrievertretern auf den Augustenberg eingeladen, um anhand der neuen Sachlage unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten. "Wir haben vereinbart umgehend die logistischen Voraussetzungen zu schaffen, dass die Imker ihre Bienenstöcke sanieren können", so Minister Peter Hauk.
Als Sofortmaßnahme werden bereits am kommenden Wochenende die Bienensachverständigen in der Schadenserhebung und in der Sanierung der Bienenvölker geschult, damit sie die Imker umfassend beraten können. Zur Unterstützung der Imker während der Aktion werden bei der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim sowie beim Regierungspräsidium Freiburg telefonische Hotlines geschaltet.
"Zur Absicherung der bisher vorliegenden Ergebnisse und zur Gewinnung zusätzlicher Erkenntnisse führen wir die Probenahme und Untersuchungen von Bienen und insbesondere von Pollenwaben (so genanntes Bienenbrot) in den Bienenstöcken, sowie von Honig mit Hochdruck fort. Erste Untersuchungen von Honigproben ergaben aber bisher keine Hinweise auf Rückstandsprobleme", erklärte der Agrarminister.
Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum hat die Imker bereits vergangene Woche gebeten, ihre Schäden den zuständigen unteren Verwaltungsbehörden zu melden. Minister Hauk hat insbesondere den Berufsimkern vergangene Woche Soforthilfe bei Existenzgefährdung in Aussicht gestellt. Auch die Pflanzenschutzmittelindustrie hat bereits signalisiert, den Imkern unbürokratisch finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.
