Pressemitteilung 276/2002
Ministerialdirektor Rainer Arnold:
"Global denken ¿ lokal handeln: unter diesem Leitsatz verwirklichen wir PLENUM"
Drei PLENUM-Gebiete präsentieren sich auf der Landesgartenschau
19.09.2002 "Global denken ¿ lokal handeln: unter diesem Leitsatz verwirklichen wir PLENUM, ein spezifisches Naturschutzkonzept für Baden-Württemberg", betonte der Ministerialdirektor im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Rainer Arnold, am Donnerstag (19. September) anlässlich der Präsentation von drei PLENUM-Gebieten auf der Landesgartenschau in Ostfildern (Landkreis Esslingen). Großflächig, zielorientiert, bürgernah, vernetzend, so ließe sich PLENUM, das Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt kurz charakterisieren. Leitbild von PLENUM sei eine natur- und umweltverträgliche nachhaltige Entwicklung verbunden mit einer gleichzeitigen Stärkung der Regionen. PLENUM setze sich für die biologische Vielfalt in Fauna und Flora und die Erhaltung der landschaftlichen Eigenarten ein.
Im Mittelpunkt stehe bei PLENUM der schonende Umgang mit den Naturgütern Boden, Wasser und Luft. Weitere Ziele seien zum Beispiel die Extensivierung von Agrarflächen, die Förderung von Leistungen für den Naturschutz im Wald, die über die weithin praktizierte naturnahe Forstwirtschaft hinausgehen oder die Sicherung der Landschaft als Erholungsraum im Zusammenspiel mit umweltverträglichem Tourismus. "Ein ganz wesentlicher Grundsatz bei PLENUM ist aber, dass Naturschutz mit und für die Menschen gemacht wird. Die ganze Bevölkerung, Landnutzer und Verbände werden einbezogen", so Arnold.
Auf der Landesgartenschau werden sich die drei PLENUM-Gebiete Allgäu-Oberschwaben, Westlicher Bodensee und Reutlingen unter dem Motto "PLENUM - unser Weg zu mehr Natur". präsentieren. Im Modellgebiet Isny/Leutkirch wurde der Ansatz zwischen 1995 und 2000 erstmals erprobt. Im Herbst 2000 wurde aus dem Modellgebiet das PLENUM-Gebiet Allgäu-Oberschwaben. PLENUM-Schwerpunkte seien, bäuerliche Betriebe flächendeckend zu erhalten sowie naturverträglichen Tourismus durch Kooperation von Landwirtschaft, Naturschutz und Gastronomie zu entwickeln. Die Vermarktung regionaler, naturverträglich erzeugter Produkte passe hervorragend dazu. Seit Januar 2001 besteht das PLENUM-Gebiet Westlicher Bodensee, das bereits einige Jahre vorher als Modellprojekt Konstanz initiiert wurde. Ackerbau, Gemüse- und Obstbau sowie ein hoher Grünlandanteil bestimmen dort die Landnutzung. Im Einzugsgebiet des Trinkwasserspeichers Bodensee sei der langfristige Gewässerschutz ein Hauptanliegen. Dazu gehöre unter anderem die Erhaltung der Gewässer, Moore und Feuchtflächen und die Unterstützung beim Absatz regional erzeugter Nahrungsmittel. Das dritte PLENUM-Gebiet Reutlingen existiert ebenfalls seit 2001. Magerrasen, Wacholderheiden und Streuobstwiesen seien typisch für das Landschaftsbild dieser Region, das langfristig erhalten werden solle. Deshalb werde hier die Vermarktung regionaltypischer Produkte unterstützt.
In den ersten sechs Jahren, von 1995 bis 2000 hat die Landesregierung mit annähernd 3,5 Millionen Mark die Modellphase in diesen drei PLENUM-Gebieten unterstützt. In den Jahren 2001 und 2002 wurden diese Gebiete mit jeweils rund 435.000 Euro gefördert. Insgesamt wurden somit mehr als 4,5 Millionen Euro seit 1995 für PLENUM vom Land bereitgestellt. Dies zeige deutlich, hob Arnold hervor, dass Natur- und Umweltschutz eine der Schwerpunktaufgaben der Landespolitik sei.
