Landwirtschaft
Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg ist durch ein breites Spektrum an Agrarmärkten gekennzeichnet - vom Obst- und Weinbau, über die Milchvieh- und Hühnerhaltung bis hin zum Ackerbau. Diese regionale Agrarproduktion mit bäuerlichen Familienbetrieben stärkt nicht nur die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Sozialstruktur des Ländlichen Raums. Sie leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, zur Reinhaltung der Luft und des Grund- und Oberflächenwassers sowie zur Klimaverbesserung.
Die Agrarpolitik des Landes Baden-Württemberg und der EU unterstützt diese vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen unserer Landwirtschaft. Sie fördert Landwirte, die zur Pflege der Kulturlandlandschaft, zu einem schonenden Umgang mit der Natur und zur Erhaltung der sozialen Strukturen im Ländlichen Raum beitragen. Verbraucher erwarten von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, dass sie gesund und hochwertig sind, dass sie nachhaltig und ohne Gentechnik erzeugt werden. Die Agrarförderung trägt diesem Anspruch Rechnung. Ein Großteil der Hilfen ist an die Einhaltung von Standards in den Bereichen Umwelt, Lebensmittelsicherheit sowie Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze gebunden.
Die Globalisierung und der teilweise Rückzug der Agrarpolitik aus der Marktstützung führen dazu, dass unsere Agrarwirtschaft immer stärker von den Entwicklungen auf den Weltmärkten geprägt wird. Auch Landwirte müssen sich daher verstärkt mit Fragen der Unternehmensführung beschäftigen.
Neben der Produktion von Nahrungsmitteln nimmt in Baden-Württemberg auch die Erzeugung von Bioenergie an Bedeutung zu.
In Baden-Württemberg gibt es über 3.000 Betriebe, die sich auf ökologischen Landbau spezialisiert haben. Außerdem wirtschaften rund 3.400 reine Streuobsterzeuger nach ökologischen Kriterien. Da vor allem die Nachfrage nach regionalen Bioprodukten momentan nicht gedeckt werden kann, besteht für landwirtschaftliche Betriebe in diesem Bereich noch großes Potenzial. Damit mehr Betriebe umstellen, fördert das Land den Ökologischen Landbau zum Beispiel über den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA).
Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof und andere Dienstleistungen ermöglichen es unserer Landwirtschaft, zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen. Dabei gelingt es vor allem Frauen im Ländlichen Raum mit kreativen und neuen Ideen weitere Betriebszweige zu gründen und zu managen.
