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Tourismus-Projekte in LEADER

LEADER steht für "Liaison entre actions de développement de l´économie rurale", zu deutsch "Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Mit dem Ziel der Strukturverbesserung im Ländlichen Raum unterstützt die Europäische Union seit 1991 modellhafte Projekte in den Aktionsgebieten des Ländlichen Raums. LEADER zeichnet sich besonders durch seinen "Bottom-Up-Ansatz" (von unten nach oben) aus, bei dem allein die örtliche LEADER-Aktionsgruppe (LAG) über zu fördernde Projekte entscheidet. Gefördert werden können nur Projekte in den festgelegten LEADER-Aktionsgebieten (Kulissenprinzip von LEADER). Vor der Antragstellung prüfen die zuständigen Geschäftsstellen gemeinsam mit den Bewilligungsbehörden, ob ein geplantes Vorhaben den Fördervoraussetzungen von LEADER entspricht und gefördert werden könnte.

Sowohl kommunale als auch private Vorhaben, insbesondere im Förderschwerpunkt "Wohnen", sowie gewerbliche Maßnahmen werden in LEADER von der EU und dem Land unterstützt. Aber auch private touristische Vorhaben sind förderfähig, wie z.B. der Aus- und Umbau von Gaststätten oder Ferienwohnungen, die Erweiterung eines Reiterhofs, der Bau von Wohnmobilstellplätzen, Heuhotels oder Freizeitzentren. Auch kommunale Projekte werden gefördert, wie etwa Rad-, Wander- und Themenwege oder touristische Infrastrukturprojekte, wie der Bau eines Tourismus-Infobüros, kleinere Museen oder Museumsbahnen.

Ziel der Fördermaßnahmen ist es, die Lebensqualität und Attraktivität in den ländlichen Räumen insgesamt weiter zu entwickeln, neue Erwerbsmöglichkeiten durch den Ausbau des sanften Tourismus zu schaffen und Kulturgeschichte erlebbar zu machen.

Beispielhafte LEADER-Projekte:

Höhlenzentrum Giengen:

Das Lonetal ist weit über die Region hinaus als landschaftlich ausgesprochen reizvolles Rad- und Wandergebiet bekannt. Es beherbergt die einmaligen Eiszeithöhlen, in denen die ältesten Kunstwerke der Menschheit ge­funden wurden. Als touristisches Eingangsportal zu diesen Eiszeithöhlen wurde bei der Charlottenhöhle in Giengen/Brenz ein Höhlenzentrum errichtet. Es dient dem Ausbau des Höhlentourismus und der weiteren Vernetzung des Fremdenverkehrsangebots im Lonetal. Die Einbindung des Höhlenkonzepts in die Radwegkonzeption ermöglicht es weiteren Dienstleistungsbetrieben, von dem Gesamtprojekt Charlottenhöhle zu profitieren. Das Aktionsgebiet Brenzregion erfährt dadurch eine erhebliche touristische Aufwertung.

 

Die Einrichtung des Informations- und Servicezentrums "Höhlen-Haus" bei der Charlottenhöhle dient als touristischer Ausgangspunkt für den Lonetalpfad und informiert über die Eiszeithöhlen sowie über die erdgeschichtlichen und historischen Besonderheiten der Brenzregion.
Icon LAG BrenzregionIcon Charlottenhöhle
Vom Gästehaus zum Coaching-Center:

Das "Landhaus Lauble", ein Familienbetrieb mit 200 Restaurantplätzen und 40 Gästebetten, profitiert von seiner zentralen Lage im Herzen des Schwarzwaldes.

Gleichzeitig liegt es im Einzugsbereich großer Industriebetriebe, wodurch die Nachfrage nach regionalen Tagungsräumen stetig steigt. Entstanden ist durch die Förderung im Rahmen von LEADER ein innovatives Trainings- und Coachingcenter, das Natur und Landschaft einbezieht.

Es wurden die vorhandenen Wellness-Einrichtungen erweitert und vor allem der Außenbereich als "Übergangszone" zur freien Natur verstärkt eingebunden. Das Freigelände wird an die bestehenden Wander-, Nordic-Walking- und Mountain-Bike-Strecken angebunden. Die zahlreich angebotenen Natur-sportaktivitäten werden von einem Kooperationspartner geleitet, der Teamtrainings anbietet und einen Hochseil-Klettergarten betreibt.
Icon Landhaus Lauble

Barrierefreier Schwarzwald:

Im Rahmen von LEADER wird Zukunftsvorsorge, sowohl hinsichtlich der Tourismusbranche als auch der Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung, betrieben. Mit dem Kooperationsprojekt "Barrierefreier Schwarzwald" erhöhen die LEADER-Fördergebiete Südschwarzwald, Mittlerer Schwarzwald und Nordschwarzwald die Angebote einer barrierefreien Infrastruktur und legen damit den Grundstein für ein gemeinsames Marketing. Die Vorhaben sollen den aktuellen Bestand an barrierefreien Angeboten erfassen, Defizite herausarbeiten, daraus Handlungsempfehlungen und Folgeprojekte ableiten, die dann in den einzelnen Gemeinden umgesetzt werden sollen.
Icon Barrierefreier Schwarzwald