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Pressemitteilung 21/2012

Symposium zur Europäischen Energieeffizienzrichtlinie in Brüssel

Minister Alexander Bonde: „Verbraucher spielen zentrale Rolle beim Energiesparen“ / Mit geeigneten Förderprogrammen und Anreizsystemen zum Mitmachen motivieren

Baden-Württemberg unterstützt EU-Kommissar Oettinger bei Initiative für mehr Energieeffizienz

03.02.2012 „Ohne erhebliche Anstrengungen sind die Klimaschutzziele, denen sich die EU-Mitgliedstaaten bis 2020 verschrieben haben, in Deutschland nicht mehr zu erreichen. Deshalb unterstützt Baden-Württemberg die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Energieeffizienz und die damit verbundenen Einsparvorgaben beim Energieverbrauch von 1,5 Prozent pro Jahr. Allerdings müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Überlegungen zur Energieeffizienz stärker in den Mittelpunkt gerückt und zum Mitmachen motiviert werden“, sagte der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Alexander Bonde am Freitag (3. Februar) in Stuttgart im Nachgang des Symposiums „Mehr Energieeffizienz ist nötig - Welche Anreize sind für Verbraucher denkbar?“ in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Brüssel.

Der Verbraucherschutzminister hatte am Donnerstag (2. Februar) in der entscheidenden Endphase der Erarbeitung der Energieeffizienz-Richtlinie in Brüssel dazu eingeladen, gemeinsam mit EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger und europäischen Experten Lösungsansätze zu diskutieren, wie Verbraucherbelange beim Ziel, die Energieeffizienz zu erhöhen, berücksichtigt werden können.

Verbraucher zum Energiesparen motivieren

Der Energiebedarf der privaten Haushalte, des Verkehrssektors und von Industrie, Handel und Verwaltung machten in Deutschland jeweils ein Drittel des Gesamtbedarfs aus. Damit komme dem Verbraucherverhalten bei der Energieeffizienz eine große Bedeutung zu, so Bonde. „Wenn es gelingt, die Verbraucher für die Frage des sparsameren Einsatzes von Energie zu interessieren, bin ich sicher, dass sich am Ende eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ergeben wird“, betonte der Minister mit Blick auf die beachtliche volkswirtschaftliche Dimension der Energieeffizienz: Nach Berechnungen der Europäischen Union könnten damit europaweit bis zu 100 Milliarden Euro jährlich eingespart werden.

„Eingesparte Energie schont die Umwelt, das Klima und den Geldbeutel“, unterstrich der Minister. Ein effizienter und sparsamer Umgang mit Energie entlaste die privaten Haushalte finanziell und wirke mittel- und langfristig dämpfend auf weitere Preissteigerungen. Außerdem lösten Energieeffizienzmaßnahmen Investitionen aus, die für die heimische Wirtschaft Wachstum sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht bedeuteten.

Transparenz, Beratung und Anreizsysteme sind Schlüssel zum Energiesparen

„Der einfachste Weg, Energie zu sparen, führt über mehr Transparenz beim Stromverbrauch. Dazu sind kostenlose monatliche Verbrauchsnachweise oder Stromabrechnungen nötig“, hob Bonde hervor. Diese baden-württembergische Forderung hatte der Bundesrat bereits 2011 bei der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes erhoben, sie war aber von Bundesregierung und Bundestag nicht berücksichtigt worden. „Dabei zeigen Erfahrungen aus Skandinavien, dass regelmäßige Abrechnungen das Verbraucherverhalten beeinflussen und zu Einsparungen von 7 bis 10 Prozent führen können“, so der Verbraucherschutzminister. Notwendig seien ferner neue, zielgruppenspezifische Informations- und Beratungsangebote. Schließlich gehe es auch um effizientere Anreize: Um die Verbraucher zum Energiesparen zu gewinnen, müssten die vorhandenen Förderprogramme überarbeitet und ausgeweitet werden.

Zielführend: ein abgestimmter Maßnahmenmix

„Wir brauchen für mehr Energieeffizienz auf der Verbraucherseite den richtigen Maßnahmenmix, der sich aus mehr Verbrauchstransparenz, besserer Information und Beratung sowie geeigneten Förderprogrammen ergibt. In Baden-Württemberg arbeiten wir schon heute an einem Ausbau der Verbraucherberatung und einer Kooperation der Verbraucherzentrale mit den regionalen Klima- und Energieagenturen“, erläuterte Bonde. Marktanreize könnten dazu flankierend sehr wirkungsvolle Impulse setzen, begründete Bonde seinen Vorstoß. Eine mögliche Finanzierungsquelle solcher Impulse könne der von der Bundesregierung geschaffene Energie- und Klimaschutzfonds sein, aus dem bisher nur Maßnahmen für Unternehmen und Energiewirtschaft gefördert würden, schlug der Minister vor. Baden-Württemberg werde sich auch weiterhin aktiv in die Diskussion einbringen.

„Die neue EU-Richtlinie von Energie-Kommissar Oettinger wird die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen, um einer verbesserten Energieeffizienz zum Durchbruch zu verhelfen“, zeigte sich der Verbraucherschutzminister abschließend überzeugt und sicherte baden-württembergische Unterstützung zu.

Hintergrund:

Energieeffizienz: Energieeffizienz steht allgemein für einen sparsameren Umgang mit Energie und beinhaltet das Energiesparen, die Geräteeffizienz und die Senkung des Energiebedarfs bei Gebäuden, Prozessen und der Mobilität.

Klimaschutzziele: Die EU-Mitgliedstaaten haben sich unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 dazu verpflichtet, bis 2020 den CO2-Ausstoß und den Primärenergieverbrauch um 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und die Energieeffizienz um 20 Prozent zu steigern.

Weitere Informationen zum Verbraucherschutz im Energiebereich finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter Icon www.mlr.baden-wuerttemberg.de sowie im Verbraucherportal Baden-Württemberg unter Icon www.verbraucherportal-bw.de.