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Pressemitteilung 83/2003

Minister Willi Stächele MdL:

"Naturschutz ist ein Zukunftsfaktor für unser Land"

Icon Landestagung der Naturschutzbeauftragten in Karlsruhe

 

12.03.2003 "Wenn wir in die Natur eingreifen, haben wir strengstens auf die Wiederherstellung ihres Gleichgewichts zu achten", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, am Mittwoch (12. März) bei der Tagung der Naturschutzbeauftragten des Landes in Karlsruhe. Die oft gegenläufigen Ansprüche der Gesellschaft machten die Umsetzung dieser Erkenntnis allerdings zunehmend schwieriger. "Zu der klassischen Nachfrage nach Natur und Landschaft als Wirtschafts- und Lebensraum kommt eine steigende Nachfrage als Freizeitraum hinzu", so Minister Stächele.

"NATURA 2000 ist das mit Abstand umfangreichste Naturschutzprojekt in Baden-Württemberg", so Minister Stächele. Mit 315.000 Hektar seien 8,6 Prozent der Landesfläche als NATURA 2000-Gebiete ausgewiesen. Mit der künftigen Erweiterung der Gebietskulisse im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) leiste das Land einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des europäischen Naturerbes. Die Sicherung der Natura 2000-Gebiete werde vorrangig auf der Grundlage des Vertragsnaturschutzes und somit in enger Zusammenarbeit mit den Landbewirtschaftern erfolgen. "NATURA 2000 bietet Chancen, ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten und sowohl für die Naherholung der Bürgerinnen und Bürger als auch für den Tourismus attraktiv zu machen", betonte Stächele. Die Ausweisung von mittlerweile sechs Naturparken unterstütze diese integrierte Politik für den Ländlichen Raum.

"Mit PLENUM hat das Land eines der fortschrittlichsten Projekte", so Minister Stächele. PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt) setze auf neue Strategien im Naturschutz und bringe alle Akteure im Ländlichen Raum zum Nutzen von Mensch und Natur zusammen. "Die Wertschätzung für unsere Kulturlandschaft kann so am ehesten einer breiteren Zielgruppe bewusst gemacht werden", führte Stächele aus. Eine flächendeckende Landbewirtschaftung im Einklang mit dem Naturschutz gewährleiste den Erhalt der Kulturlandschaft auch in Zukunft.

Die Naturschutzbeauftragten des Landes spielten eine wichtige Rolle bei der Abwägung der Naturschutzinteressen mit anderen Interessen. "Naturschutz ist dann wirkungsvoll, wenn er mit der Bevölkerung und nicht gegen sie umgesetzt wird", betonte Stächele. Die Beurteilung von Eingriffen in die Natur sei das tägliche Brot der Naturschutzbeauftragten. Als unabhängige "Gutachter", die in Baden-Württemberg ehrenamtlich tätig seien, bewältigten sie eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe.

Die rund 220 Naturschutzbeauftragten im Land sind ehrenamtlich tätig und gemäß § 48a NatSchG Naturschutzfachbehörden, die die unteren Naturschutzbehörden bei den Stadt- und Landkreisen unterstützen und beraten. Sie beurteilen insbesondere Vorhaben, die mit Eingriffen in die Natur verbunden sind, sowie Planungen, die derartige Eingriffe vorbereiten können, beispielsweise Bauleitpläne einschließlich der Landschafts- und Gründordnungspläne. Die Stadt- und Landkreise bestellen pro Kreis in der Regel mehrere Naturschutzbeauftragte für die Dauer von jeweils fünf Jahren.