Pressemitteilung 116/2008
Minister Peter Hauk MdL: "Sechs Jahre PLENUM Heckengäu – eine Erfolgsgeschichte und die richtige Taktik für erfolgreichen Naturschutz"
Halbzeitbewertung von PLENUM Heckengäu in Mönsheim / Großflächige Strategie zur Sicherung von Artenvielfalt, Lebensräumen und zur dauerhaften Entwicklung von Kulturlandschaften
12.06.2008 "In einer Region wie dem Heckengäu, wo Industrie mit Siedlung, Verkehr, Landwirtschaft und Natur innig verwoben sind, kann Naturschutz nur in einem integrativen Ansatz umgesetzt werden. Dies wurde im PLENUM-Gebiet Heckengäu seit November 2002 vorbildhaft aufgegriffen. Ziel ist eine naturschutzorientierte Regionalentwicklung durch nachhaltige Stärkung der Region", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (12. Juni) in Mönsheim (Enzkreis) zur Halbzeitbilanz des PLENUM-Gebietes Heckengäu.
Im November 2002 wurde PLENUM Heckengäu offiziell etabliert. Das Kerngebiet umfasst Teile der Landkreise Böblingen, Calw, Ludwigsburg sowie des Enzkreises. PLENUM steht für Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt und umfasst landesweit fünf Projektgebiete. Die Umsetzung von Naturschutzzielen in vielfältigen und für den Naturschutz wertvollen Kulturlandschaften steht im Mittelpunkt des Programms. Die Ideen zur Entwicklung der Region sollen dabei durch regionale Initiativen erarbeitet werden.
"Die Halbzeitbilanz für das Gebiet ist positiv. Dies bestätigt eine unabhängige Untersuchung. Viele Teilziele konnten erreicht werden. Sehr erfolgreich wurden die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen eingebunden und eine hohe Akzeptanz von PLENUM erreicht. Es erfolgte ein effizienter Einsatz der Fördermittel, die sehr viele verschiedene Projektträger erreicht haben. Ebenfalls erfolgreich war die Regionalvermarktung mit eigener Dachmarke und die Umsetzung der Naturschutzziele", betonte Hauk. Das Spektrum der Projekte reiche von dem sehr erfolgreichen Lernort Bauernhof für Schüler über die Ausbildung der Heckengäu-Führer bis zu den sehr erfolgreichen Streuobstinitiativen 'Schneewittchen' und 'Kreisapfelsaft Böblingen'. Die Halbzeitbilanz wurde im Auftrag des Landes durch das Institut für Ländliche Strukturforschung (ifls) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde in Karlsruhe erstellt.
Zentrales Ziel von PLENUM sei es, den Naturschutz in der Region voran zu bringen. "Auch dies wurde erreicht. Gefördert wurden Landschaftspflegemaßnahmen auf mindestens 9.250 Hektar und dies nachhaltig. Dabei liegt in dieser durch die Jahrhunderte lange Schafbeweidung einmalige, arten- und strukturreiche Kulturlandschaft ein Schwerpunkt naturgemäß auf der Erhaltung und Ausbau der Beweidung", erläuterte Hauk einen zentralen Ansatz. Die Überprüfung der ökologischen Wirkungen ergebe eine sehr erfolgreiche Umsetzung der naturschutzfachlichen Ziele. Beispielhaft sind auch hier die Naturschutzeffekte der Streuobstinitiativen. Diese zeigen, dass mit einer Verkaufsförderung, mit der Entwicklung neuer Produkte und mit der Information über und Werbung für das Produkt eine deutliche Absatzsteigerung der aus Streuobst stammenden Apfelmengen erzielt werden könne.
„Das Programm PLENUM Heckengäu wird in der Region eindeutig positiv wahrgenommen. Wir wollen die Aktivitäten gemeinsam mit den Kommunen unbedingt fortsetzen,“ ergänzte der Böblinger Landrat Bernhard Maier, in dessen Landkreis die Geschäftsführung von PLENUM Heckengäu angesiedelt ist.
Eines der wertvollen Schutzgebiete bildete den Rahmen für die Halbzeitbilanz. Der Mönsheimer Kalkofen ist ein besonders wertvoller Trockenlebensraum mit lockeren Kiefernwaldpartien, kleineren Laubmischwaldinseln, einzelnen Ackerflächen und Gärten, größeren Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen. Seit 2003 wird hier eine Konzeption durch PLENUM Heckengäu gefördert, mittels der eine Wiederbeweidung dieses Gebiets durch Schafe ermöglicht werden soll. Mit Fördergeldern wurden bereits ein Viehtransportanhänger, transportable Wasserfässer und ein Balkenmäher angeschafft. Eine Schäfereigemeinschaft hat sich zusammengeschlossen und 2006 wurde schließlich der Bau eines Schafstalls für rund 60 Mutterschafe gefördert.
Zusatzinformationen:
Das Heckengäu ist Teil des Gäus und liegt im Westen von Stuttgart. Es bildet ein von Norden nach Süden langgezogenes Band, das von Vaihingen an der Enz (Enzkreis) im Norden bis Haiterbach (Landkreis Calw) im Süden reicht und Teile der Landkreise Böblingen, Calw, Ludwigsburg sowie des Enzkreises umfasst. Im Westen grenzt es an den Nordschwarzwald und im Osten an das Korn- und Strohgäu. Das Projektgebiet umfasst insgesamt 110.000 Hektar.
Seit Beginn der PLENUM-Förderung im Heckengäu 2003 wurden 178 Projekte mit einer Fördersumme von rund 1,2 Millionen Euro gefördert. Zusammen mit den Mitteln der Antragsteller wurden Gesamtinvestitionen von knapp drei Millionen Euro angeschoben. Die Bandbreite der Projekte zur Entwicklung von Natur und Umwelt erstreckt sich dabei auf die Handlungsfelder Land- und Forstwirtschaft, Erzeugung und Vermarktung, Umweltbildung und den Tourismus. Speziell in letzterem Bereich soll ein zukünftiger Schwerpunkt liegen – 21 Städte und Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Konzeption für sanften und umweltverträglichen Tourismus im PLENUM Heckengäu-Gebiet zu erarbeiten.
Weitere Informationen im Internet unter
www.mlr.baden-wuerttemberg.de und www.plenum-bw.de.
