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Landschaftspflege - Offenhaltung der Kulturlandschaft

Kulturlandschaft - ein dynamischer Prozess

Landschaftliche Vielfalt ist das Markenzeichen baden-württembergischer Kulturlandschaften. Doch Landschaft ist nichts Statisches, sie unterliegt einem stetigen Wandel. Unsere Kulturlandschaft, wie wir sie heute kennen, ist kaum noch als Naturlandschaft zu bezeichnen, sondern sie ist das Ergebnis jahrhundertlanger, vor allem land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftung und Pflege. Ein dynamischer Prozess, in dem - abhängig von den jeweiligen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen einer Region - alle Entwicklungsrichtungen möglich sind.

Ziel der Landschaftspflege ist deshalb die Erhaltung und Weiterentwicklung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Darüber hinaus zielt sie auf den Erhalt wertvoller Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten ab. Dabei steht die Sicherung und Entwicklung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung unter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen im Vordergrund.

In Baden-Württemberg kann Landschaftspflege über die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) mit einer Vielzahl von Maßnahmen gefördert werden. Die LPR wird im Rahmen des Maßnahmen- und Entwicklungsplans MEPL von der EU kofinanziert.

Sie greift immer dann, wenn besondere Ansprüche zur Erhaltung der Kulturlandschaft und des Naturschutzes berücksichtigt werden müssen. Als sog. Agrarumweltprogramm gleicht sie Umweltleistungen aus, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Sie basiert auf einem einzelvertraglichen Regelungswerk (weitgehend Vertrags- anstelle Antragsverfahren), bei dem nicht nur Landwirte und sonstige Personen des Privatrechts sondern auch Verbände, Vereine und Kommunen berücksichtigt werden können. Wichtige Partner bei der Umsetzung von Landschaftspflege und Naturschutz sind die Landschaftserhaltungsverbände (LEV) in Baden-Württemberg, die flächendeckend eingerichtet werden sollen.

Mit ihren spezifischen Regelungen werden sowohl bewirtschaftete als auch unbewirtschaftete Flächen in die Förderung mit einbezogen. Darüber hinaus beinhaltet die LPR weitere Fördertatbestände wie Investitions- und konzeptionelle Maßnahmen sowie den Grunderwerb. Die LPR ist ein zentrales Förderinstrument sowohl zur Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 als auch der PLENUM-Konzeption.

Im Einzelnen dargestellt:

  • Vertragsnaturschutz durch
    Einschränken der Bewirtschaftungsintensität bis hin zum vollständigen Bewirtschaftungsverzicht;
    Wiederaufnahme oder Beibehaltung einer bestimmten Bewirtschaftung,
    Pflege einer aus der landwirtschaftlichen Produktion gefallenen Fläche;
  • Biotopgestaltung, Artenschutz sowie Biotop- und Landschaftspflege;
  • Grunderwerb;
  • Investitionen;
  • Dienstleistungen für Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege.