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Dioxine in Lebens- und Futtermitteln

In einigen deutschen Ländern sind mit Dioxinen belastete Lebens- und Futtermittel aufgetaucht. Auch in Baden-Württemberg gab es vier Verdachtsfälle. Nach umgehend eingeleiteten Überprüfungen gibt es laut den Überwachungsbehörden mit Stand 13. Januar 2011, 17.00 bei diesen vier Fällen keine Hinweise auf erhöhte Dioxinbelastungen von Lebens- oder Futtermitteln. Weitere Verdachtsfälle liegen in Baden-Württemberg derzeit nicht vor.

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Bei eigenbetrieblichen Kontrollen eines Mischfutterherstellers in Schleswig-Holstein wurde eine Verunreinigung von pflanzlichem Futterfett mit Dioxinen festgestellt. Technische Fettsäuren sind in pflanzliche Futterfette eingemischt worden. Verschiedene Geflügel- und Schweinemastbetriebe sowie Legehennen-Betriebe haben Futtermittel mit den verunreinigten Fetten bezogen und verfüttert. Die Überwachungsbehörden der betroffenen Bundesländer haben aus belieferten Betrieben Proben von Fleisch und Eiern auf ihren Dioxingehalt untersucht.

Die derzeit ermittelten Dioxingehalte liegen bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. Sie stellen jedoch keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes sollte allerdings die Belastung mit Dioxinen so weit wie möglich minimiert werden. Insofern sind unnötige und vermeidbare zusätzliche Belastungen nicht hinnehmbar. Lebensmittel, die die gesetzlichen Höchstwerte überschreiten, sind nicht verkehrsfähig und dürfen nicht in den Handel gelangen. Die Bundesländer führen derzeit weitere Kontrollen durch.

Anhand des Erzeugercodes, der auf den Eiern aufgedruckt ist, kann der Verbraucher selbst feststellen, ob er möglicherweise mit Dioxin belastete Eier im Haushalt vorrätig hat. Auf den Internetseiten der betroffenen Bundesländer werden die Erzeugercodes veröffentlicht:

Icon Niedersachsen Informationen und Bürgertelefon zu Dioxin in Futterfett (2-DE-03.../ 3-DE-03…)

Icon NRW - Verbraucherschutzministerium veröffentlicht die Nummern der betroffenen Dioxineier (2-DE-05.../ 3-DE-05...)

Viele Verbraucher sind verunsichert. Daher haben wir einige häufig gestellte Fragen und die Antworten unserer Experten zusammengestellt:

1. Können Verbraucher denn noch ohne Bedenken zum Frühstücksei greifen? Was droht, wenn sie ein dioxinbelastetes Ei essen?

Die langjährigen Untersuchungen von Hühnereiern zeigen, dass die weitaus meisten Proben Gehalte an Dioxinen und dioxinähnlichen PCB unterhalb der in der EU gültigen zulässigen Höchstmengen oder Auslösewerten aufweisen und daher unbedenklich sind. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hat als Zentrallabor der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg in den letzten Jahren dazu folgende Untersuchungen durchgeführt:

2007
Anzahl untersuchter Proben 115
Anzahl Proben über Höchstmenge 4
Anzahl Proben über Auslösewert, aber unter Höchstmenge 12

2008
Anzahl untersuchter Proben 113
Anzahl Proben über Höchstmenge 11
Anzahl Proben über Auslösewert, aber unter Höchstmenge 3

2009
Anzahl untersuchter Proben 100
Anzahl Proben über Höchstmenge 5
Anzahl Proben über Auslösewert, aber unter Höchstmenge 2

2010
Anzahl untersuchter Proben 99
Anzahl Proben über Höchstmenge 1
Anzahl Proben über Auslösewert, aber unter Höchstmenge 1

Der Verzehr einer Probe, die die zulässige Höchstmenge überschreitet, bedeutet keine akute Gefährdung. Die langfristige Aufnahme höherer Dioxin-Gehalte soll jedoch aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes vermieden werden. Der vorbeugende Verbraucherschutz berücksichtigt dabei außer akuten auch verschiedenste andere toxikologische Effekte.

2. Was kann man Verbrauchern raten? Sollten die Eier vielleicht besser direkt beim Bauern als im Supermarkt gekauft werden?

Erhöhte Gehalte von Dioxinen oder dioxinähnlichen Verbindungen in Eiern können verschiedenste Ursachen haben. Im allgemeinen lassen sich diese Ursachen auf Aufnahmen über Futtermittel oder durch Picken in (möglicherweise belasteten) Böden und Aufnahme von Bodenpartikeln zurückführen. Daher kommt es darauf an, diese Möglichkeiten auszuschließen.

3. Wenn Tiere dioxin-belastetes Futter gegessen haben, können sie dann noch genesen bzw. werden ihre Produkte (Eier) irgendwann wieder unbedenklich für die Verbraucher?

Dioxine sind langlebige (persistente) Kontaminanten, die sich in Fettgeweben anreichern. Die Ausscheidung erfolgt bei Tieren über fetthaltige Lebensmittel wie Milch oder Eiern und über den Kot. Die Ausscheidungsraten hängen von der Anfangsbelastung ab und können sich über mehrere Wochen oder Monate hinziehen. Je höher die Ausgangsbelastung ist, um so länger kann es dauern, bis die Dioxingehalte in den zum Verzehr vorgesehenen Lebensmitteln (Eier und Fleisch bei Geflügel) nicht mehr die zulässigen Höchstmengen überschreiten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat auf seiner Homepage Informationen zur Risikobewertung veröffentlicht:
Icon BfR Dioxine in Futtermitteln
Weitere Informationen zu Dioxinen und Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre aus Baden-Württemberg finden Sie auf den Seiten der Untersuchungsämter unter Icon www.ua-bw.de